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1948 mit Durchsetzungsstärke

Dass der Bürgermeister in Bergisch Gladbach nicht wollte, war nur eine aus einer Reihe von Schwierigkeiten, die der Ganey Tikva Verein (GTV) überwinden musste, um die Ausstellung 1948 zu zeigen. Im Interview berichten Petra Heming und Axel Bolte wie man zähe Kämpfe führt und gewinnt.




DEIN: Die Ausstellung „1948“ in Bergisch Gladbach war ein großer Erfolg mit restlos ausgebuchtem Rahmenprogramm. Allerdings war der Weg dahin dornig. Was war los?


GTV: Bergisch Gladbach hat Städtepartnerschaften mit dem „palästinensischen“ Beit Jala und dem israelischen Ganey Tikva. Der bisherige Bürgermeister zeigte sich dem komplexen Thema zumindest fachlich nicht gewachsen.


DEIN: Das äußerte sich wie?


GTV: Er entzog uns kurzerhand das Mandat für die Städtepartnerschaft, nachdem wir ihn auf antiisraelische Töne in der Stadt aufmerksam gemacht hatten. Seine bemerkenswerte Begründung: Antisemitismusbekämpfung wäre nicht unsere Aufgabe...


Er sorgte kreativ für bürokratische Schwierigkeiten in Rat und Verwaltung, verhinderte eine Resolution gegen BDS und zeichnete jüngst den langjährigen Vorsitzenden des notorisch „israelkritischen“ Beit Jala Vereins demonstrativ mit der goldenen Ehrennadel der Stadt aus.


DEIN: Hatte der Ganey-Tikva-Verein auch Unterstützer?


GTV: Die proisraelische Szene in Bergisch Gladbach ist überschaubar. Aber sie ist aktiv und wächst. Auch über die Stadtgrenzen hinaus.


DEIN: Wie haben sich die Schwierigkeiten von offizieller Seite auf die Ausstellung ausgewirkt?


GTV: Überraschend positiv. Viele Bergisch Gladbacher wollten mitmachen. Wir haben heute dreimal so viele Mitglieder und ein viel besseres Standing in der Stadt. Was uns besonders freut: Unsere Mitstreiter sind zu einem coolen Team zusammengewachsen, der Erfolg hat uns mächtig motiviert. Dazu haben auch die positiven Rückmeldungen der Ausstellungsbesucher beigetragen. Das spornt uns natürlich zusätzlich an.



Mit Petra Hemming und Axel Bolte stemmt sich ein kraftvolles Team des Ganey Tikva Vereins in Bergisch Gladbach gegen die antiisraelische Grundstimmung in der Stadtspitze.



DEIN: Konntet Ihr unter den Besuchern Schwerpunkte feststellen?


GTV: Viele Besucher haben sich sehr viel Zeit für die anspruchsvolle Ausstellung genommen. Besonders erfreulich war die große Zahl von Schulklassen, die sich mit offenem Interesse mit Israel beschäftigt haben.


DEIN: Ihr habt 1948 in Bergisch Gladbach richtig durchgekämpft. Von der Stadt kam keine Unterstützung. Das Resultat war ein fulminanter Erfolg. Davon kann man lernen. Was würdet Ihr künftigen Ausstellern sagen, die ähnliche Schwierigkeiten überwinden müssen?


GTV: Durchhalten Leute, würden wir sagen. Durchhalten und kämpfen. Das ist das Wichtigste. Offensiv vorgehen, so fassen auch die Zögernden Mut. Wer versucht, Widerstände aufzubauen, muss deutlich zur Einsicht gebracht werden, dass er damit nicht durchkommt.


DEIN: Einverstanden, dass wir Euch als Vorbild bezeichnen?


GTV: Danke. Einverstanden.


DEIN: Einverstanden, dass sich neue Aussteller mit praktischen Fragen an Euch wenden dürfen?


GTV: Selbstverständlich. Gerne. Wir möchten uns an dieser Stelle allerdings auch für die großartige Zusammenarbeit und die unkomplizierte Unterstützung beim DEIN e. V. bedanken.

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