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Galerie der großen Demokraten

In einer Demokratie zu leben ist nicht selbstverständlich, sondern ein Privileg. Ein Blick auf den Planeten zeigt, wie kostbar, wichtig, aber auch wie gefährdet dieses Privileg ist.

Die Galerie der großen Demokraten zeigt Männer und Frauen, die sich um die Demokratie verdient gemacht haben, zum Teil unter hohen persönlichen Opfern.

Vielleicht führte schon ein Clan der Neanderthaler demokratische Strukturen ein. Die Idee ist nicht ganz auszuschließen, kann aber nicht verifiziert werden.

 

Es bleibt also bei Kleisthenes, den man als einen der ersten großen Demokraten bezeichnen kann. Zumindest behauptet das Herodot. Aber Solon lebte früher. Also fangen wir mit Solon an:

Solon von Athen.

„Solon von Athen“ oder „Solon der kaum Bekannte“?

Dieser wichtige Denker und Reformator der Athener Gesellschaft ist im Vergleich zu seinen Zeitgenossen in der Tat eher unbekannt. Schade. Denn Solon ist nicht weniger als ein Pionier der attischen Demokratie. Immerhin wurde er beauftragt, eine Verfassung zu entwerfen. Damit schuf er nichts weniger als das Fundament gelebter Demokratie.

 

Solon bestand auf der „unverlierbaren Freiheit“ für alle Bürger, auf der Teilnahme an der Volksversammlung und am Wahlrecht für Jedermann.

 

Mit anderen Worten: Ihm verdankt Attika die Demokratie – und genau genommen wir auch.

Kleisthenes von Athen.

Was für ein Staatsmann. Und Prophet im besten weil praktischen Sinn.  Kleisthenes erkannte, wie konkurrenzlos, aber auch wie verletzlich ein demokratisches System ist. Und wie skrupellose Diktatoren dazu tendieren, es zu missbrauchen.

 

Kleisthenes war als Staatsmann ein Glücksfall für die Demokratie. Ihren wichtigsten Schutz sah er im politisch stärkeren Engagement des Volkes. Obwohl er selber aus einer adligen Familie stammte, setzte er sich für eine Eindämmung der Macht der Aristokratie ein.

Zu seinen Reformen gehörte eine wahrhaft geniale und genuin demokratische Maßnahme: Er etablierte ein oberstes Gericht, um Politik und Hohen Rat zu kontrollieren.

Herodot.

An diesem Schriftsteller, Historiografen, Philosophen und Ethnologen kommt man einfach nicht vorbei. Nicht, wenn man die „Evolution“ der Demokratie ernsthaft untersucht.

In seinen „Historien“ beschreibt er Kulturen, Riten und Staatsformen. Und argumentierte so offen wie überzeugend gegen die weit verbreitete Tyrannei. Seinem Einfluss (und rhetorischem Talent) ist es zu verdanken, dass Demokratie als Staatsform immer stärker favorisiert wurde.

Perikles.

Kaum eine Stadt ist stärker mit der demokratischen Staatsform verbunden wie Athen. Kaum ein Bauwerk ist stärker mit dem „Mythos Athen“ verbunden wie die Akropolis.  Vom wahren Staatsmann Perikles neu erbaut. Unter seiner Führung stieg Athen zur Seemacht auf, erlangte Wohlstand - und erhielt eine demokratische Verfassung. Dass diese Epoche „Perikleisches Zeitalter“ genannt wird, ist nicht übertrieben.

Ephialtes.

Noch nie gehört? Verständlich, denn viel weiß man nicht über diesen attischen Staatsmann. Aber das ist gewiss: Ephialtes war ein großer Vollstrecker der Demokratie. Auch er entmachtete den hohen Athener Rat zugunsten der Volksversammlung. Seinen Einsatz und seinen Kampf gegen Korruption bezahlte er mit dem Leben. Ephialtes wurde ermordet.

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Kleisthenes

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Solon von Athen.  Ca. 634 bis 560 v.d.Z.

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Kleisthenes von Athen. Ca. 570 bis 507 v.d.Z.

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Herodot. Ca. 490 bis 430 v.d.Z.

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Perikles. Ca. 490 bis 429 v.d.Z.

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Ephialtes. Mitte 5. Jh. v.d.Z

Cicero.

Schon eher bekannt. Den Lateinern unter uns gehen die quälenden Übersetzungen von „Ciceronis omnia opera“ nicht mehr aus dem Kopf. Erinnern sollte man sich aber auch, dass und wie erfolgreich Marcus Tullius Cicero die römische Republik gegen tyrannische Tendenzen, Machtmissbrauch und Korruption verteidigte. Ihm und seiner rhetorischen Brillianz verdanken wir zudem die Vorstellungen von individueller Freiheit und individuellen Rechten. Verständlich also, dass er Aufklärer wie Voltair oder Locke und Politiker wie Jefferson oder Adams inspirierte.

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Cicero. 106 bis 43 v.d.Z.

Hipparchia.

Ja, eine Frau. In der Antike. Die Schöne war auch eine Reiche und zudem mit ausreichend Selbstbewusstsein gesegnet. So ausgestattet, stritt sie erfolgreich und gerne auch im Streitgespräch mit bekannten Philosophen für Frauenrechte. Und dass Gleichberechtigung der Geschlechter ein Grundpfeiler der Demokratie ist, muss heute wirklich nicht mehr begründet werden.  

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Hipparchia. 350 bis 280 v.d.Z.

Gaius und Tiberius Gracchus.

Was für Brüder. Couragierte Politiker wie sie braucht die Welt bis heute. Sie forderten und erreichten zumindest phasenweise eine Wirtschaftspolitik, von der auch die arme Bevölkerungsmehrheit profitieren sollte. Die „Gracchen“ begrenzten die Macht der römischen Senatoren und stärkten den Einfluss der Volksversammlung – ein logischer Schritt in Richtung Demokratie. Die schlechte Nachricht: Beide Brüder wurden von ihren aristokratischen Gegnern ermordet.

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Gaius und Tiberius Gracchus. 154 bis 121 und 163 bis 133 v.d.Z.

Gaius Marius.

Der Anhänger der Brüder Gracchus wurde mehrmals zum Konsul gewählt. Auch als Heerführer performte er und konnte mehrere Einfälle germanischer Stämme zurückschlagen. Sein herausragender Verdienst war die Verteidigung der Republik, als Lucius Cornelius Sulla eine Diktatur in Rom errichten wollte.

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Gaius Marius. 157 bis 86 v.d.Z

Aristides der Gerechte.

Auf eine Formel gebracht: Aristides verkörperte mit seiner gesamten Biografie Gerechtigkeit, Gewaltenteilung, Gleichheit und eine transparente Verwaltung.  Bis heute gilt er als einer der ehrlichsten und gerechtesten Politiker. Gerade heute ein hochnotwendiges Vorbild. Die demokratische Idee verdankt ihm einen wichtigen Impuls für die Judikative mit seiner Reform des Volksgerichtshofes.

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Aristides der Gerechte. 530 bis 468 v.d.Z.

Sokrates.

Philosoph ja. Sogar der Philosoph der Antike. Aber Demokrat? Nein und doch wieder Ja. Es ist kompliziert. Fest steht: Er war kein überzeugter Demokrat. Fest steht: Er hat Unschätzbares für den demokratischen Gedanken geleistet. Weil? Sokrates lehrte kritisches Denken. Dazu gehörte sich selbst, andere und vor allem Autoritäten zu hinterfragen. Das führte unweigerlich zu einer reflektierenden Gesellschaft, die nicht unreflektiert oder im schlimmsten Fall blind einer Autorität oder einem Mainstream folgt. So schuf er nolens volens die geistige Grundlage der Demokratie. Unnötig darauf hinzuweisen, wie wichtig dieses kritische Hinterfragen heute alleine mit Blick auf die meisten Fernsehprogramme wäre. Und noch ein Verdienst: Sokrates forderte und predigte Meinungsfreiheit, damals wie heute ein weiteres demokratisches Grundelement. Also ja. Wir Demokraten sollten uns bei Sokrates bedanken.   

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Sokrates. 469 bis 399 v.d.Z.

Demokratie der Antike: Nur Griechenland, Rom und wieder Griechenland? Nicht ganz.

Im Zeitraum 6. bis 4. Jahrhundert v.d.Z. herrschte in Nordindien die sogenannte Vajji-Föderation. Dieser soziopolitische Verband mehrerer Clans und Stämme wird in Indien als republikanisches System erinnert. Es hatte Selbstverwaltung, mit breiter Mitwirkung der Bevölkerung und gewählten Ratsmitgliedern. Man kann die Vajji-Föderation mit gutem Gewissen als Vorläufer einer repräsentativen Republik sehen. Immerhin diente sie als Vorbild für andere republikanische Systeme innerhalb und außerhalb Indiens.

Isle of Man. 2. Hälfte 10. Jh.  

Das „Tynwald Parlament“ auf der Isle of Man wurde ca. 980 gegründet. Es darf zu Recht den Titel tragen „ältestes durchgehend tagende Parlament der Welt“. Leider kann keine konkrete Gründerperson identifiziert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde es von norwegischen Siedlern initiiert.

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Isle of Man. 2. Hälfte 10. Jh.

Snorri Sturluson. 1179 bis 1241.

In Skandinavien führte dieser isländische Dichter, Politiker und Historiker die sogenannte „Thingversammlungen“ ein. Vor allem in Island, Norwegen und Schweden besprachen bei diesen Versammlungen „freie Männer“ wichtige Angelegenheiten, erließen Gesetze und schlichteten Streitigkeiten. Jeder Teilnehmer hatte das Recht, seine Meinung zu äußern und seine Stimme abzugeben. Also kann man die Thingsversammlungen zumindest im Ansatz  als eine frühe Form der Volksversammlung betrachten. (Bei großzügiger Auslegung natürlich - Frauen durften sich noch nicht beteiligen.)

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Snorri Sturluson. 1179 bis 1241.

Johann Ohneland. 1167 bis 2016

Unter seine Herrschaft wurde 1215 die Magna Carta Libertatum in England eingeführt. Sie kann als Grundlage für universelle Menschenrechte bezeichnet werden, Rechtsstaatlichkeit und Interessenvertretung auch unterer Stände. Leider führte von der Magna Carta kein direkter Weg in unsere demokratische Gegenwart. Aber, und gerne übersehen: die Magna Carta spielte eine gewichtige ideelle Rolle in den englischen Kolonien Amerikas bei der Ausrufung der Unabhängigkeit von England.

Achtung: Johann Ohneland sollte nicht als Initiator gesehen werden. Gefordert durchgesetzt haben die Magna Carta Adlige. Der König musste schlicht zustimmen.  

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Johann Ohneland. 1167 bis 2016

Marsilius von Padua. 1275 bis 1342

Der italienischer Philosoph verfasste mit "Defensor Pacis" (Verteidiger des Friedens) eine wahre Donnerschrift. Darin forderte er nichts weniger als einen konstitutionellen Staat, in dem das Volk über dem Herrscher stehen sollte. Außerdem setzte er sich für die Trennung von Kirche und Staat ein. Nicht weniger revolutionär war auch seine Idee, dass politische Entscheidungen nicht mehr nach Willkür des Herrschers erfolgen sollten, sondern im Rahmen von Gesetzen und Vernunft.

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Marsilius von Padua. 1275 bis 1342

Johannes von Salisbury. Ca. 1115 bis 1180

Johannes von Salisbury, ein englischer Theologe und Philosoph, veröffentlichte das Werk "Policraticus", in dem er Rechte und Pflichten von Herrschern definierte. Ein König dürfe nicht über dem Gesetz stehen. Er argumentierte auch, dass die Regierung zur Wahrung des Gemeinwohls dienen sollte und dass schlechte Herrscher ihre Legitimität verlieren könnten. Natürlich war das alles noch weit entfernt von einer Demokratie in unserem Sinn, aber die Richtung stimmte.

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Johannes von Salisbury. Ca. 1115 bis 1180

Thomas von Aquin. 1225-1274

Natürlich war Thomas von Aquin durch und durch Theologe und sicher kein Demokrat. Aber in seinem vielbeachteten Werk "Summa Theologica" entwickelte er eine begründete Theorie der gerechten Regierung. Er betonte, dass Herrschaft darauf abzielen sollte, das Gemeinwohl zu fördern und die Rechte und Freiheiten der Bürger zu respektieren.

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Thomas von Aquin. 1225-1274

Dante Alighieri. 1265 bis -1321

Dante? Ja, durchaus. Weil er eben nicht nur ein genialer italienischer Dichter war, sondern auch ein begnadeter politischer Denker.  In seinem Werk "De Monarchia" argumentierte er für eine universale Monarchie, die unabhängig von religiösen Institutionen sein sollte, und betonte die Notwendigkeit einer gerechten Regierung, die auf Vernunft und Gemeinwohl basierte. (Blick zurück zu Johannes von Salisbury). Gemeinwohl verlangt Gerechtigkeit – die Basis jeder Demokratie.

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Dante Alighieri. 1265 bis -1321

Christine de Pizan. 1364 - 1430

Diese französische Schriftstellerin war eine wahrhaft starke Frau. In einer Zeit, in der Frauen politisch nicht wahrgenommen wurden, kämpfte sie um Emanzipation. Sie war wahrscheinlich die erste Frau, die mit ihren Veröffentlichungen finanziell unabhängig wurde. Was sie veröffentlichte war damals revolutionär: Gleiche Rechte für Frauen, Gerechtigkeit und Beteiligung am politischen Leben. Wieder ein Mosaikstein beim Aufbau der Demokratie

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Christine de Pizan. 1364 - 1430

John Locke. 1632 - 1704

Mit diesem englischen Arzt, Philosophen, Vordenker der Aufklärung und des Liberalismus nähern wir uns der „modernen“ Demokratie mit großen Schritten.  Neben den antiken Athener Demokraten hatte John Lockes Denken einen starken Einfluss auf die Unabhängigkeitsbestrebungen der USA. Locke gilt als einer bedeutenden Staatsphilosophen, dessen Idee der Gewaltenteilung ein Grundpfeiler der modernen Demokratie wurde.

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John Locke. 1632 - 1704

Thomas Jefferson. 1743 - 1826

Der dritte Präsident der USA bringt uns endlich in die richtige Demokratie. Als Jurist, Naturwissenschaftler und Philosoph war er geradezu prädestiniert, um an der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung mitzuwirken. Auch logisch, dass er zum Anführer des Widerstands gegen Großbritannien wurde. Ihm verdanken die Vereinigten Staaten Amerikaner ihre Verfassung und damit das Fundament ihrer Demokratie.  

Ganz oben: Versammlungsrecht, Recht auf Besitz, Religionsfreiheit und Redefreiheit.

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Thomas Jefferson. 1743 - 1826

Heinrich Heine. 1797 - 1856

Wortgewaltig? Ja. Pointenreich? Ja, sehr. Mutig, wie er die „Obrigkeit“ kritisierte? Auch ja. Aber großer Demokrat? Der Dichter aus aufgeklärtem jüdischem Haus analysierte messerscharf das Obrigkeitsdenken in Deutschland und kleidete die Ergebnisse in intellektuell anspruchsvolle Verse. Er plädierte für eine stärkere Trennung von Religion und Politik, für freie Meinungsäußerung und Bildung – also die „conditiones sine qua non“ für ein demokratisches System.

Absolut lesenswert: "Deutschland. Ein Wintermärchen" und wer Zeit und Muße hat: Das „Buch der Lieder.“

Nur wenige Pauker wissen heute noch, dass Heine Sigmunf Freud, Thomas Mann, Georg Büchner und Friedrich Nietzsche inspirierte und ein geistiges demokratisches Klima verbreitete.

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Heinrich Heine. 1797 - 1856

Ludwig Börne. 1786 –1837

Man kann in ihm einen der ersten Märtyrer im Kampf für Demokratie sehen, den Dichter, Satiriker, Journalisten, Herausgeber liberaler Zeitschriften und Mastermind des „Jungen Deutschand.“  Seine Gesellschaftskritik trieb den jüdischen Freiheitskämpfer ins Exil nach Paris, wo er verstarb. Auch von dort wirkten seine scharfsinnigen Kommentare, in denen er soziale Gerechtigkeit forderte, tief ins deutsche Bürgertum hinein. Börne beeinflusste ganze Generationen von Schriftstellern, Denkern und Aktivisten. Er gab ihnen die intellektuelle Basis, auf der sich demokratische Prinzipien in Deutschland entwickeln konnten. Bewundernswert ist die Hartnäckigkeit, mit der er den damals üblichen Repressionen widerstand.

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Ludwig Börne. 1786 –1837

Robert Blum. 1807 – 1848

„Erschossen wie Robert Blum“ – war ein geflügeltes Wort nach dem brutalen Mord des Revolutionärs, Demokraten, Schriftstellers, Politiker – und Volkshelden. Die „Ikone“ der 1848 Revolution verschwand zu Unrecht aus dem öffentlichen Bewusstsein. Robert Blum engagierte sich leidenschaftlich und bemüht gewaltlos für die Einführung der Republik in Deutschland und Österreich und für die allgemeinen Menschenrechte. Der Legende nach lauteten seine letzten Worte: „Ich sterbe für die deutsche Freiheit, für die ich gekämpft habe, möge das Vaterland meiner eingedenk sein.“ Auch Robert Blum kann als Martyrer der Demokratie gelten.

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Robert Blum. 1807 – 1848

Amalie und Gustav Struve. 1824 - 1862 / 1805 - 1870

Natürlich waren es nicht immer Männer. Und das Ehepaar Struve lebte schon damals gleichberechtigt. Vielleicht eine gute Basis, um 1848/49 in Baden gemeinsam gegen Preußen und für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte zu kämpfen. Nach der Niederschlagung der revolutionären Bewegung musste das Paar in die USA fliehen. 

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Amalie und Gustav Struve. 1824 - 1862 / 1805 - 1870

Abraham Lincoln. 1809 - 1865

Der 16.Präsident der USA ist eine der bedeutendsten Figuren der Demokratiegeschichte. Schon als junger Politiker sprach er sich im Namen der Demokratie und Freiheit gegen die Sklaverei aus.

Unter seiner Präsidentschaft endete die Sklaverei in den USA nach dem Bürgerkrieg (1861-1865). Lincoln wurde wegen seiner Ideale von dem fanatischen Südstaatler John Wilkes Booth erschossen. Märtyrer der Demokratie? Ja – unbedingt.

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Abraham Lincoln. 1809 - 1865

Ludwig Bamberger. 1823 – 1899

Ein wirtschaftspolitischer Experte und Idealist. Als Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung von 1848 setzte er sich für eine demokratische Verfassung ein und für eine Stärkung des deutschen Parlamentarismus. Bamberger stammte aus einer aufgeklärten jüdischen Familie. Vielleicht erkannte er deshalb die überragende Bedeutung der Pressefreiheit in Deutschland, für die er sich vehement gegen alle Bedrohungen einsetzte. In der liberalen Zeitung "Die Nation" veröffentlichte er seine Ideen für Reformen und Demokratie und kämpfte gegen den vulgären Antisemitismus Treitschkes an.

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Ludwig Bamberger. 1823 – 1899

Friedrich Ebert. 1871 - 1925

Der erste Präsident der Weimarer Republik stand gewaltigen Aufgaben gegenüber. Kriegsende, Revolutionen, wirtschaftlicher Druck und Chaos prägten seine Amtszeit. Seinem politischen Geschick ist es zu verdanken, dass die Weimarer Republik nicht schin in den frühen zwanziger Jahren zusammengebrochen ist. Ebert wurde von Rechtsradikalen ein Verleumdungsprozess aufgedrängt. Während der Verhandlungen verschob er die Behandlung einer Blinddarmentzündung, an der er verstarb.

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Friedrich Ebert. 1871 - 1925

Gustav Stresemann. 1878 - 1929

Als Reichskanzler und Außenminister war Stresemann das Gesicht der Weimarer Republik. Faktisch war er der Retter der jungen deutschen Demokratie in einer turbulenten Zeit. Immer wieder gelang ihm die Stabilisierung der politischen Verhältnisse. Für seine Friedenspolitik erhielt er mit seinem französischen Kollegen Aristide Briand 1926 den Friedensnobelpreis.

Woodrow Wilson. 1856 -1924

Der 28. Präsident der Vereinigten Staaten setzte sich für demokratische Prinzipien ein und das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Zu Wilsons großen Verdiensten gehörte die Initiative zur Gründung des Völkerbunds. Dafür erhielt er den Friedensnobelpreis.

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Gustav Stresemann. 1878 - 1929

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Woodrow Wilson. 1856 -1924

Emmeline Pankhurst. 1858 - 1928

In Deutschland kaum bekannt, verdanken ihr auch hierzulande Frauen den Erfolg im Kampf um Gleichberechtigung. Emmeline Pankhurst war eine der bekanntesten Repräsentantinnen der Frauenrechtsbewegung in England. Keine Demokratie ohne Gleichberechtigung!

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Emmeline Pankhurst. 1858 - 1928

Hiram Johnson. 1866 -1945

Der republikanische (!) Gouverneur von Kalifornien führte in seinem Staat Bürgerbegehren und Volksentscheide ein und stärkte damit das Bewusstsein für Demokratie. Um seine Reformen durchzusetzen schete er sich nicht, mit der Demokratischen Partei zusammen zu arbeiten.

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Hiram Johnson. 1866 -1945

Eleftherios Venizelos. 1864 -1936

Aus Griechenland kam die Demokratie und nach Griechenland brachte er sie als Premierminister zurück. Venizelos reformierte die Verfassung, modernisierte die Verwaltung, begrenzte die Macht des Königs, führte das allgemeine Wahlrecht ein, sorgte für die Unabhängigkeit der Justiz und setzte die politische Teilhabe der Bürger durch. In vielen Städten Griechenlands wurden Straßen nach ihm benannt.

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Eleftherios Venizelos. 1864 -1936

Kurt Tuchoslky. 1890 - 1935

Er schrieb und schrieb, der deutsch-jüdische Schriftsteller, Satiriker und Journalist. Er schrieb gegen den aufkommenden Nationalsozialismus, gegen Kleinbürgerlichkeit und Kadavergehorsam. Er schrieb witzig und klug für die Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit, am besten nachzulesen in "Deutschland, Deutschland über alles" und "Schloss Gripsholm.“ Er schrieb sich die Seele aus dem Leib und musste doch das Land, das er verbessern wollte, verlassen, als die Nazis an die Macht kamen und seine Schriften verbrannten.

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Kurt Tuchoslky. 1890 - 1935

Alfred Kantorowicz. 1899 –1979

Ein Kämpfer für Demokratie und Freiheit, wie es im Buche steht, Dass man den deutsch-jüdischen Juristen, Schriftsteller, Publizisten und Literaturwissenschaftler heute kaum noch kennt, ist Grund genug, an sein abenteuerlich-kämpferisches Engagement zu erinnern. Gegen die Nazis demonstrierte er, bis er im letzten Moment nach Spanien flüchtete. Dort kämpfte er in einer Widerstandsgruppe gegen den Fachismus von General Franco. Nach dessen Sieg flüchtete er in die USA, kehrte 1946 nach Deutschland zurück und gründete in Berlin die Zeitschrift „Ost und West.“ In seinen Publikationen kritisierte er offen die kommunistischen Unrechtsregime in Osteuropa.  

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Alfred Kantorowicz. 1899 –1979

Marlene Dietrich. 1901–1992

Eine Filmlegende? Viel mehr. Eine Ikone? Noch mehr. Eine Dame von echter Grandezza und unvergleichlichem Mut. Sie ließ sich von Goebbels-Filmpropaganda nicht nur nicht einspannen. Offen und eindeutig kritisierte sie das Naziregime und seine Verbrechen. „Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen,“ sagte Kant. Diesen Mut hatte sie und den Mut zu allen Konsequenzen. 1947 verlieh ihr US-Präsident Truman die Freiheitsmedaille. Als erster deutscher Star sang sie 1964 vor begeistertem Publikum in Israel auf Deutsch!

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Marlene Dietrich. 1901–1992

Sir Isaiah Berlin. 1909 - 1997

Freiheit und Pluralismus waren die zentralen Themen, für die sich der jüdische Philosoph einsetzte. Als Dozent in Oxford war er auch für seine ideengeschichtlichen Arbeiten bekannt. Ihm verdanken wir die fundamentale Unterscheidung von sogenannter „negativer Freiheit“ (Freiheit von äußeren Zwängen) und „positiver Freiheit“ (Freiheit zur Entfaltung). Isaiah Berlin gilt als Vorbild für die Debattenkultur in einer funktionierenden Demokratie und als einflussreichster Denker des Liberalismus.

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Sir Isaiah Berlin. 1909 - 1997

Imre Nagy. 1896 – 1958

Zweimal ungarischer Ministerpräsident, gleichzeitig Dissident, widersetzte er sich der offiziellen von der Sowjetunion vorgegebenen Linie. Sein Bemühen um die Demokratisierung Ungarns mündeten im Aufstand 1956 gegen die Sowjetunion. Zwei Jahre später wurde er hingerichtet.  Ihm verdankt Ungarn einen Teil seiner heutigen demokratischen Identität.

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Imre Nagy. 1896 – 1958

Lech Walesa. 1943

Vom Hafenarbeiter zum polnischen Präsidenten. Doch unvergessen bleibt im globalen kollektiven Gedächtnis seine Gründung der polnischen Gewerkschaft „Solidarność.“ Sie markiert den Beginn der Demokratisierung Polens. Für seinen gewaltfreien Widerstand gegen das kommunistische System in Polen erhielt Lech Walesa 1983 den Friedensnobelpreis.

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Lech Walesa. 1943

Martin Luther King Jr. 1929 - 1968

Keine Demokratie ohne gleiche Bürgerrechte für alle. Und niemand repräsentiert den Kampf hierfür besser als Martin Luther King.  Er gilt zurecht als Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Sein Statement „I have a dream“ wird weltweit bis heute zitiert. Auch nach seiner Ermordung wirkt seine Vision noch bis heute nach.

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Martin Luther King Jr. 1929 - 1968

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1989 - 1991

Nicht nur Menschen können Große Demokraten sein. Auch Bewegungen verdienen Würdigung ihres Anteils. Die Bürgerbewegung Demokratie Jetzt wurde von Politikerinnen und Politikern wie z.B. Regine Hildebrandt gegründet. Ihre Forderung: die demokratische Umgestaltung der DDR und die Wiedervereinigung.   Demokratie Jetzt war eine treibende Kraft bei der Entstehung der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“.

Joachim Gauck. 1940

Als er 2012 Bundespräsident wurde, wussten viele mit seinem Namen nichts anzufangen. Doch der studierte Theologe wurde zu einem der wichtigen Akteure gegen das DDR-Regime. Mit seinen „Friedensgebeten“ trug er zu Formierung der Proteste bei und setze sich als Politiker aktiv für die Abschaffung des berüchtigten Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) ein. Auch nach dem Ende der DDR blieb Joachim Gauck aktiv im Werben für die Demokratie und Freiheit. "Mögen Ängste uns auch begleiten: Wir lassen uns das Vertrauen zu uns selbst und zu unserer Demokratie nicht nehmen."

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Joachim Gauck. 1940

Gustav Heinemann. 1899 - 1976

Bereits als Student war der spätere Präsident der Bundesrepublik Deutschland ein engagierter Demokrat und lehnte das Naziregime ab. Nach dem Krieg engagierte er sich in der CDU und später in der SPD. Heinemann sah sich als „Bürgerpräsident“ und förderte die Demokratie in Deutschland. In den frühen 1950er Jahren nutzte er seine Position als Bundesminister, um die politische Bildung und Aufklärung der deutschen Bevölkerung zu institutionalisieren.

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Gustav Heinemann. 1899 - 1976

Petra Kelly 1947 - 1992 und Gert Bastian 1923 - 1992

Das Paar zählte zu den tragischen Figuren unter den führenden Friedens – und Menschenrechtspolitikern Sie scheuten sich nicht,  Mehrheiten ihrer Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ offen zu kritisieren.  Kelly und Bastian setzten sich für die Demokratie in Osteuropa ein.  Auch in der DDR demonstrierten sie für Frieden und Demokratie.  Ihr Einsatz stärkte Bürgerrechtler in der DDR.

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Petra Kelly 1947 - 1992 und Gert Bastian 1923 - 1992

Wahre Demokraten leiden nicht an Eurozentrismus sondern unterstützen Demokraten in aller Welt.

Aung San Suu Kyi. 1945

Die Grand Dame Myanmars. Und eine Märtyrerin der Demokratie. Die Tochter des legendären burmesischen Freiheitskämpfers stand 15 Jahre unter Hausarrest. Und setzte ihren gewaltlosen Kampf gegen die Militärregierung ihres Landes dennoch fort. 1991 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

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Aung San Suu Kyi. 1945

Malala Yousafzai. 1997

Vor allem in den Koranschulen Pakistans werden Kinder misshandelt und sexuell missbraucht. Diese weitverbreiteten Verbrechen sind in Pakistan tabuisiert. Nicht jedoch für Malala Yousafzai. ein Tabu. as weitverbreitete  10. Oktober 2014 wurde ihr gemeinsam mit Kailash Satyarthi der Friedensnobelpreis zuerkannt. Sie ist die jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Nobelpreises und die mit Abstand jüngste in der Geschichte des Friedensnobelpreises. Wikipedia: Die pakistanische Aktivistin setzte sich insbesondere für das Recht von Mädchen auf Bildung ein. Sie überlebte einen Angriff der Taliban auf ihr Leben und setzte ihre Bemühungen für Bildung und Menschenrechte fort. Sie wurde mit dem Nobelpreis für Frieden ausgezeichnet.

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Malala Yousafzai. 1997

Ellen Johnson-Sirleaf. 1938

Afrikas erste Frau, die zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Als 24. Präsidentin Liberias setzte sich Ellen Johnson Sirleaf 2006 bis 2018 für die Demokratisierung ihres Landes ein. 2011 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Ellen Johnson Sirleaf scheute nicht den Konflikt mit den Diktatoren des Landes in frühen Jahren und setzte sich für eine Demokratisierung sowie Bekämpfung der Korruption im Land ein.

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Ellen Johnson-Sirleaf. 1938

Leopold Sédar Senghor. 1906 - 2001

Poet, Hochschullehrer und erster Präsident des Senegals – das ist Leopold S. Senghor. 1948 war er Mitgründer des „Demokratischen Blocks Senegal.“ Als Präsident modernisierte und entwickelte er das Land. Und widersetzt sich mit hohem persönlichen Einsatz einem Umsturzversuch des Militärs.

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Leopold Sédar Senghor. 1906 - 2001

Wangari Maathai. 1940 - 2011 in Nairobi

Die kenianische Umweltaktivistin brach mit dem Rollenverständnis ihres Landes gleich mehrfach! Als erste Frau ihres Landes erlangte sie einen Doktortitel. Neben der Gründung des „Green Belt Movement“ gegen die Ausbreitung der Wüste im Jahr 1977, setzte sie sich für Demokratie, AIDS-Aufklärung und Frauenrechte u.a. ein. Die erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin wurde zum Vorbild für viele Menschen in anderen Ländern Afrikas und darüber hinaus.

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Wangari Maathai. 1940 - 2011 in Nairobi

Patrice Lumumba. 1925 – 1961

Ein Held? Ein Revolutionär? Ja, Patrice Lumumba polarisiert. Der erste Präsident der Demokratischen Republik Kongo amtierte bis zu seinem Sturz nur kurz, aber sein Wirken ging um die Welt. Ideologisch schwer zu greifen, gilt er dennoch als die wichtigste Figur des Widerstands gegen die belgische Kolonialherrschaft, welcher dem Land die Unabhängigkeit brachte. Lumumba galt auch als Humanist und Befürworter einer gerechten Ordnung. Und wurde ermordet.

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Patrice Lumumba. 1925 – 1961

Julius Nyerere. 1922 - 1999

Auf Swahili wurde er „Lehrer“ genannt und tatsächlich sah er in der Breitenbildung eine conditio sine qua non für die Entwicklung Tansanias ein. Sein rhetorisches Geschick setzte er in Verhandlungen mit der UNO und der Kolonialmacht Großbritannien im Kampf für die Unabhängigkeit Tansanias. Der Lehrer Nyerere wurde der erste Präsident seines Landes.

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Julius Nyerere. 1922 - 1999

Liu Xiaobo. 1955 – 2017

Der chinesische Bürgerrechtler und Schriftsteller kämpfte für Demokratie, politische Reformen und Menschenrechte in China. Er wurde 2010 mit dem Friedensnobelpreis geehrt, konnte jedoch die Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen, da er inhaftiert war. 1989 war er Mitorganisator der berühmten Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking. Insgesamt hatte er eine führende Rolle in der chinesischen Verfassungsbewegung, die vom Regime unterdruckt wird.

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Liu Xiaobo. 1955 – 2017

Benazir Bhutto. 1953 - 2007

Im streng islamischen Pakistan werden Frauenrechte kaum beachtet. Doch genau in diesem Land schaffte es Benazir Bhutto als Kämpferin für Demokratie an die Spitze und wurde gleich zweimal Premierministerin. Ihrem Vater, dem demokratisch gewählten Premier Zulfikar Ali Bhutto, folgend, engagierte sie sich aus dem Exil gegen die Diktatur des Militärs. 1988 schaffte sie die sensationelle Wiederwahl. Mit ihrer progressiven, durchaus feministischen Politik machte sie sich Feinde, besonders unter radikalen Islamisten. 2007 wurde sie bei einem Anschlag ermordet.

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Benazir Bhutto. 1953 - 2007

Shirin Ebadi. 1947

Die ausgebildete Juristin stieg im Iran zur ersten weiblichen Richterin auf. Nach der Islamischen Revolution 1979 entzogen ihr die herrschenden Ayatollas dieses Amt. Als Anwältin setzte sich Ebadi für Kinder – und Menschenrechte im Iran ein vertrat politisch Verfolgte vor Gericht. Das Regime setzte sie harten Repressionen aus – bis hin zu Verhaftungen und Einzelhaft, konnte sie aber nicht zur Aufgabe ihres Engagements bewegen. 2003 erhielt sie den Friedensnobelpreis, 2009 musste sie fliehen, setzt aber ihren Kampf für Demokratie und Menschenrechte im Iran aus dem Exil fort.

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Shirin Ebadi. 1947

Kim Dae-jung. 1924 - 2009

Dem ehemaligen Präsident Südkoreas verdankt das Land den Wandel von einer Militärdiktatur zur Demokratie. Der „Nelson Mandela Asiens“ wurde deshalb mehrfach mit dem Tod bedroht. Mit seinem Konzept der „Sunshine-Politik“ bemühte er sich um Frieden und Versöhnung auf der koreanischen Halbinsel. Dafür erhielt er 2000 den Friedensnobelpreis.

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Kim Dae-jung. 1924 - 2009

Joshua Wong. 1996 in (Britisch)Hong Kong

Er ist das Gesicht der „Regenschirm – Revolution“ in Hong Kong 2014. Der Student und Aktivist wurde trotz seiner Jugend zum Wortführer der pro-demokratischen Bewegung in Hong Kong, die sich gegen die vollständige Übernahme der ehemaligen britischen Kolonie Hong Kong durch die Volksrepublik China wandte. Wong wurde verhaftet. Später ins Exil getrieben. Für seinen Kampf um Demokratie wurde er für den Friedensnobelpreis nominiert.

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Joshua Wong. 1996 in (Britisch)Hong Kong

Mary Robinson. 1944

1990 wurde Mary Robinson erste weiblichen Präsidentin Irlands. Das einst streng katholische und konservative Land verdankt ihr seine heutige, moderne Identität. Mary Robinson wird in Irland erinnert als versöhnende Brückenbauerin zwischen den irischen Fraktionen. Nach ihrer Präsidentschaft wurde sie UN Hochkommissarin für Menschenrechte. Sie erkannte die Bedeutung von sozialer Gerechtigkeit als Basis der Demokratie.

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Mary Robinson. 1944

Simone Veil. 1927 - 2017

Die „Grande Dame“ der EU und erste Frau an der Spitze des EU-Parlaments. Simone Veil überlebte den Holocaust durch die Befreiung des KZs Bergen-Belsen. Der größte Teil ihrer jüdischen Familie wurde von den Nazis ermordet. Für das Nachkriegseuropa sah sie die Aussöhnung mit Deutschland als Notwendigkeit an. Veil war eine aristokratische Erscheinung von überragendem Intellekt und politischer Weitsicht. Ihr Engagement für Demokratie, Menschenrechte und Frauenrechte wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen, dem Thomas-Dehler-Preis, dem Prinz-von-Asturien-Preis, dem Europapreis Karl V. der Europäischen Akademie von Yuste in Spanien, der Auszeichnung Mérite Européen, dem großen Medienpreis, dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf,  dem Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar. und dem Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung. Europaweit sind mehrere Sraßen nach ihr benannt. In Frankreich wurde eine Zwei-Euro-Gedenkmünze zu Ehren Simone Veils in 15 Millionen Exemplaren in Umlauf gebracht. Es zeigt ihr Porträt und ihre Häftlingsnummer im KZ vor dem Hintergrund des Plenarsaals des Europäischen Parlaments.

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Simone Veil. 1927 - 2017

Rigoberta Manchú. 1959

Aufgewachsen in einer Maya-Familie ihrer Heimat Guatemala, ist sie seit den 1980er Jahren engagiert im Einsatz für Frieden, Demokratie und Menschenrechte. Die Friedensnobelpreisträgerin beteiligt sich auch heute noch für die Stärkung der Demokratie und die Rechte der indigenen Bevölkerung in Guatemala. Rigoberta Manchú wurde mehrfach verhaftet, musste ins Exil fliehen, setzte ihren Kampf für eine Demokratisierung ihres Landes unbeirrt fort und gilt als Ikone indigener Minoritäten in Südamerika.

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Rigoberta Manchú. 1959

Michelle Bachelet. 1951

Auch in Chile gelang mit Michelle Bachelet einer Frau der Durchbruch an die Spitze. Geprägt durch die Diktatur in ihrem Land wurde sie sensationeller Weise Verteidigungsministerin. In dieser Funktion stellte sie politische und rechtliche Weichen, um die Rückkehr der Militärdiktatur in Chile zu verhindern. Als Präsidentin setzte Michelle Bachelet e zahleiche soziale und gesellschaftliche Reformen durch und stärkte die demokratische Kultur in Chile. Nach ihrer Zeit als zweimalige Präsidentin wurde Bachelet zur Hohen Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte ernannt.

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Michelle Bachelet. 1951

Oscar Arias Sánchez. 1940 in Heredia

Costa Rica ist ein kleines Land. Oscar Arias Sánchez, zweifacher Präsident, ist ein großer Demokrat. Den Friedensnobelpreis erhielt er, weil sein Einsatz für Demokratie und Menschenrechte viele Staaten der Region positiv beeinflusste. 1987 brachte er Honduras, Nicaragua, El Salvador und Guatemala dazu, einem Vereinbarung für Frieden und Demokratisierung zu unterzeichnen und sich zu freien Wahlen zu verpflichten.

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Oscar Arias Sánchez. 1940 in Heredia

Fortsetzung folgt. Laufend und mit der Bitte Beiträge, Vorschläge, Korrekturen oder einfach nur Feedback einzusenden an message@dein-ev.net

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